Ratgeber

Vorher-Nachher-Fotos auf der Handwerker-Website: So zeigen Sie Ihre Arbeit richtig

Redaktion KMU-KI ·

Wer einen Maler, Fliesenleger oder Heizungsbauer sucht, will vor allem eines wissen: Kann dieser Betrieb das, was ich brauche? Ein gutes Vorher-Nachher-Foto beantwortet diese Frage schneller als jeder Text. Der Besucher sieht das vergilbte Treppenhaus, das alte Bad oder den Sicherungskasten von früher und direkt daneben Ihr Ergebnis.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie solche Bilder mit dem Handy auf der Baustelle aufnehmen, was nicht aufs Foto gehört, wie Sie das Einverständnis Ihrer Kunden einholen und wie die Fotos auf Ihrer Website und bei Google gut zur Geltung kommen.

Warum Vorher-Nachher-Fotos Anfragen bringen

Viele Interessenten erkennen sich im Vorher-Foto wieder: die abgeplatzte Fassade, die Fliesen aus den Achtzigern, die Wanne, in die man kaum noch einsteigen kann. Das Nachher-Foto zeigt, was daraus werden kann. Der Vergleich macht Ihre Leistung greifbar, ohne dass Sie viel erklären müssen.

Dazu kommt: Echte Baustellenfotos wirken glaubwürdiger als Bilder aus Katalogen oder Bilddatenbanken. Sie zeigen, dass hinter der Website ein Betrieb steht, der tatsächlich in der Region arbeitet. Und die gleichen Bilder können Sie mehrfach nutzen, auf der Website, im Google Unternehmensprofil und im Gespräch mit dem nächsten Kunden.

Die richtige Aufnahme: gleicher Standpunkt, gleiches Licht, gleicher Ausschnitt

Ein Vergleich überzeugt nur, wenn beide Bilder wirklich vergleichbar sind. Steht man beim Vorher-Foto in der Tür und beim Nachher-Foto in der Raummitte, sieht der Betrachter zwei verschiedene Räume statt einer Veränderung. Achten Sie deshalb auf drei Dinge:

  • Gleicher Standpunkt: Merken Sie sich beim Vorher-Foto, wo Sie stehen. Ein Stück Klebeband auf dem Boden oder ein Foto vom Standpunkt selbst hilft, wenn das Nachher-Bild Wochen später gemacht wird oder ein Kollege fotografiert.
  • Gleiches Licht: Fotografieren Sie möglichst beide Male bei Tageslicht und zu ähnlicher Uhrzeit. Morgensonne und abendliches Deckenlicht verändern Farben stark, und gerade bei Malerarbeiten soll der Farbton stimmen.
  • Gleicher Ausschnitt: Gleicher Abstand, gleiche Höhe, gleiche Ausrichtung. Wer das Handy beim ersten Bild auf Brusthöhe hält, sollte das beim zweiten auch tun.

Machen Sie das Vorher-Foto, bevor Sie irgendetwas anfassen. Ist der Raum erst ausgeräumt oder die Tapete halb ab, ist der Ausgangszustand verloren.

Handy reicht: praktische Tipps auf der Baustelle

Eine teure Kamera brauchen Sie nicht. Ein aktuelles Smartphone liefert für die Website genug Qualität. Wichtiger ist, wie Sie es benutzen:

  • Halten Sie das Handy quer. Querformat passt besser in Galerien und auf Bildschirme.
  • Wischen Sie die Linse vorher ab. Baustaub und Fingerabdrücke machen Bilder milchig.
  • Schalten Sie das Gitternetz in der Kamera-App ein, wenn Ihr Handy das anbietet. So werden Wände und Fliesenfugen nicht schief.
  • Tippen Sie auf dem Display auf die Fläche, um die es geht, damit genau dort scharf gestellt wird.
  • Gehen Sie lieber einen Schritt näher heran, als stark zu zoomen. Beim Heranzoomen über den eigentlichen Bereich der Kamera hinaus leidet die Bildqualität.
  • Machen Sie von jedem Standpunkt mehrere Aufnahmen. Aussortieren können Sie später.

Vor dem Nachher-Foto räumen Sie Eimer, Werkzeug, Folie und Verpackungen aus dem Bild. Das Ergebnis soll so aussehen, wie der Kunde es übernimmt.

Was auf ein Foto gehört und was nicht

Das Foto soll Ihre Arbeit zeigen, nicht das Leben Ihres Kunden. Bevor Sie abdrücken, schauen Sie einmal bewusst durch den Sucher:

  • Personen: Kunden, Nachbarn oder Mitarbeiter sollten nicht erkennbar im Bild sein, wenn sie nicht ausdrücklich zugestimmt haben.
  • Adresse: Hausnummern, Klingelschilder und Straßenschilder lassen Rückschlüsse auf die Anschrift zu. Wählen Sie bei Fassaden einen Ausschnitt ohne diese Details.
  • Kfz-Kennzeichen: Autos in der Einfahrt oder am Straßenrand gehören nicht ins Bild, oder das Kennzeichen wird unkenntlich gemacht.
  • Private Gegenstände: Familienfotos, Post, Kalender mit Namen, Medikamente oder Dokumente räumen Sie zur Seite oder lassen sie aus dem Ausschnitt.

Was ins Bild gehört, ist die Fläche oder Anlage, an der Sie gearbeitet haben: die Wand, das Bad, die neue Heizung, die Unterverteilung.

Das Einverständnis des Kunden einholen

Fragen Sie Ihre Kunden, bevor Sie Fotos aus deren Haus oder Wohnung veröffentlichen. Das ist eine Frage des Anstands, und auch ohne erkennbare Personen können Bilder aus privaten Räumen Rückschlüsse auf die Bewohner zulassen.

Am einfachsten sprechen Sie das schon beim Angebot oder bei der Auftragsbestätigung an. Sagen Sie, wofür Sie die Bilder nutzen möchten, etwa für Ihre Website und Ihr Google Unternehmensprofil, und dass keine Adresse oder Personen zu sehen sein werden. Halten Sie die Zustimmung schriftlich fest, zum Beispiel mit einem kurzen Satz im Auftrag, den der Kunde unterschreibt, oder per E-Mail. Sagt jemand nein, ist das kein Problem. Es gibt genug andere Baustellen.

Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung. Wenn Sie eine feste Formulierung für Ihre Unterlagen möchten, lassen Sie sich von Ihrer Handwerkskammer, Ihrer Innung oder einem Anwalt beraten.

Fotos auf der Website zeigen: Galerie und Projektseiten

Zeigen Sie jedes Projekt als Paar: Vorher und Nachher nebeneinander oder untereinander. Schieberegler, bei denen man zwischen beiden Bildern hin- und herzieht, sehen am Computer gut aus, sind auf dem Handy aber oft fummelig. Ein schlichtes Nebeneinander versteht jeder.

Zu jedem Paar gehört ein kurzer Text mit drei Angaben: Gewerk, grober Ort und was gemacht wurde. Zum Beispiel: „Treppenhaus in Chemnitz-Kaßberg: Altanstrich entfernt, Risse gespachtelt, neu gestrichen.“ Der Stadtteil zeigt, dass Sie in der Gegend arbeiten. Eine genaue Adresse gehört nicht dazu.

Bieten Sie mehrere Leistungen an, sortieren Sie die Beispiele nach Gewerk oder Leistung, etwa Badsanierung, Heizungstausch und Fassade. Wer ein neues Bad sucht, will nicht erst durch zwanzig Fassaden scrollen. Wählen Sie lieber wenige starke Projekte aus als viele mittelmäßige, und ergänzen Sie regelmäßig neue.

Bildgröße, Dateiname und Alternativtext

Damit die Fotos die Website nicht ausbremsen und Google sie versteht, helfen drei Dinge:

  • Bildgröße: Handyfotos sind für die Website meist viel zu groß. Verkleinern Sie sie vor dem Hochladen auf eine übliche Bildschirmbreite und speichern Sie sie komprimiert. Viele Website-Systeme erledigen das automatisch. Prüfen Sie danach, ob die Bilder noch scharf aussehen.
  • Dateiname: Statt „IMG_4711.jpg“ lieber „badsanierung-chemnitz-vorher.jpg“ und „badsanierung-chemnitz-nachher.jpg“. Das hilft Ihnen beim Sortieren und Suchmaschinen beim Einordnen.
  • Alternativtext: Der Alternativtext beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist. Screenreader lesen ihn sehbehinderten Besuchern vor, und Google nutzt ihn, um das Bild zu verstehen. Ein Satz reicht, etwa „Bad vor der Sanierung mit alter Wanne und braunen Fliesen“. Reihen Sie keine Suchbegriffe aneinander.

Fotos auch im Google Unternehmensprofil nutzen

Viele Kunden sehen Ihr Google Unternehmensprofil, bevor sie Ihre Website besuchen. Laden Sie Ihre besten Vorher-Nachher-Bilder deshalb auch dort hoch, mit den gleichen Regeln zu Einverständnis und Bildinhalt. Neue Fotos in regelmäßigen Abständen zeigen außerdem, dass Ihr Betrieb aktiv ist. Wie Sie das Profil einrichten und pflegen, lesen Sie in unserer Anleitung zum Google Unternehmensprofil.

Häufige Fehler

  • Nur Nachher-Bilder: Ohne Vorher-Foto fehlt der Vergleich, und der Besucher kann den Aufwand nicht einschätzen.
  • Unterschiedliche Perspektiven: Andere Position, anderes Licht, anderer Ausschnitt, und die Veränderung wirkt nicht mehr glaubwürdig.
  • Dunkle oder verwackelte Bilder: Lieber ein Bild weniger als ein schlechtes.
  • Geschönte Bearbeitung: Helligkeit leicht anpassen ist in Ordnung. Farben verändern, Mängel wegretuschieren oder fremde Bilder verwenden ist es nicht. Der nächste Kunde erwartet genau das Ergebnis, das er auf dem Foto sieht.
  • Private Details übersehen: Hausnummer, Kennzeichen oder Familienfotos im Hintergrund fallen oft erst auf der Website auf.
  • Kein Text dazu: Ein Bild ohne Angabe, was gemacht wurde, verschenkt die Hälfte seiner Wirkung.

Checkliste

  • Kunde hat der Veröffentlichung zugestimmt, möglichst schriftlich
  • Vorher-Foto gemacht, bevor die Arbeit beginnt
  • Gleicher Standpunkt, ähnliches Licht, gleicher Ausschnitt
  • Handy quer, Linse sauber, auf die Arbeitsfläche scharf gestellt
  • Keine Personen, Hausnummern, Kennzeichen oder privaten Gegenstände im Bild
  • Werkzeug und Material vor dem Nachher-Foto weggeräumt
  • Bild verkleinert, sprechender Dateiname, Alternativtext geschrieben
  • Kurzer Text mit Gewerk, grobem Ort und Leistung
  • Beste Bilder auch im Google Unternehmensprofil hochgeladen

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Was eine Website für Ihr Gewerk sonst noch braucht, zeigen unsere Seiten Website für Maler, Website für Fliesenleger, Website für SHK-Betriebe und Website für Elektriker. Für Malerbetriebe gibt es zusätzlich die Checkliste für die Maler-Website.

Über KMU-KI

KMU-KI baut Websites mit Anfragen-Portal für Handwerksbetriebe. Ihre Projektfotos schicken Sie uns einfach, wir pflegen sie ein. Es gibt keine Grundgebühr, abgerechnet wird pro echter Anfrage. Wie das Modell funktioniert, lesen Sie unter Website ohne Grundgebühr.

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