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title: Azubis finden über die eigene Website: Karriereseite fürs Handwerk
url: https://kmu-ki.org/ratgeber/azubis-finden-karriereseite-handwerk/
description: Wie SHK-, Maler- und Elektrobetriebe mit einer ehrlichen Karriereseite Azubis finden: Inhalte, einfache Bewerbung, Praktikum, Google-Stellensuche und Checkliste.
language: de
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# Azubis finden über die eigene Website: So bauen Handwerksbetriebe eine Karriereseite

*Redaktion KMU-KI, 16. Oktober 2026*

Wer sich für eine Ausbildung im Handwerk interessiert, tippt den Namen des Betriebs meist zuerst ins Handy. Das gilt für Schülerinnen und Schüler genauso wie für Eltern, die mitentscheiden. Was sie dort finden, prägt den ersten Eindruck. Steht auf der Website nichts zur Ausbildung, fällt die Bewerbung oft gar nicht erst an, und Sie erfahren nie davon.

In Chemnitz und überall in Sachsen suchen SHK-, Maler- und Elektrobetriebe Nachwuchs. Eine eigene Karriereseite ersetzt keine Lehrstellenbörse und kein Gespräch auf der Ausbildungsmesse. Sie ist aber der Ort, an dem Interessierte nachsehen, ob Ihr Betrieb zu ihnen passt. In diesem Ratgeber lesen Sie, was auf so eine Seite gehört und wie Sie die Bewerbung so einfach machen, dass sie auch wirklich kommt.

## Warum die Website für Bewerber zählt

Jugendliche wollen vor allem drei Dinge wissen: Was mache ich da den ganzen Tag? Mit wem habe ich zu tun? Und wie bewerbe ich mich, ohne mich zu blamieren? Eltern achten eher darauf, ob der Betrieb seriös wirkt und ob Ausbildung dort ernst genommen wird.

Eine Seite, die diese Fragen beantwortet, hebt Sie von Betrieben ab, deren Website nur Leistungen und Impressum zeigt. Dafür brauchen Sie keine Agentur-Kampagne. Ein paar ehrliche Absätze, eigene Fotos und ein kurzer Bewerbungsweg reichen für den Anfang.

## Was auf eine Karriereseite gehört

### Die Berufe mit ihrer offiziellen Bezeichnung

Nennen Sie die Ausbildungsberufe so, wie sie offiziell heißen. Danach suchen Jugendliche, Berufsberater und auch Google. Typische Beispiele aus Ihren Gewerken:

- Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Maler/in und Lackierer/in
- Elektroniker/in, zum Beispiel in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik

Darunter dürfen Sie gern in Alltagssprache erklären, was dahintersteckt: Bäder einbauen, Heizungen warten, Fassaden gestalten, Leitungen und Zählerschränke installieren. Die offizielle Bezeichnung sorgt dafür, dass man Sie findet. Die einfache Erklärung sorgt dafür, dass man weiterliest.

### Wie die Ausbildung bei Ihnen abläuft

Beschreiben Sie kurz, wie die Ausbildung bei Ihnen aussieht: Wann ist Berufsschule, wann ist man im Betrieb, auf welchen Baustellen ist man unterwegs, wer bringt einem was bei? Ein beschriebener Arbeitstag hilft mehr als jede Aufzählung. Wenn Ihre Azubis mitmachen wollen, lassen Sie sie selbst ein paar Sätze schreiben. Das klingt ehrlicher als jeder Werbetext.

Für die Ansprache gilt: Auf der Karriereseite dürfen Sie Bewerber duzen, wenn das zu Ihrem Betrieb passt. Entscheiden Sie sich nur für eine Form und bleiben Sie dabei.

### Ein Ansprechpartner mit Gesicht

Zeigen Sie die Person, die sich um die Ausbildung kümmert, mit Foto, Vornamen oder Namen und direkter Telefonnummer. Wer weiß, wer abhebt, ruft eher an. Das muss nicht der Chef sein. Oft ist es der Geselle oder Meister, mit dem die Azubis später ohnehin am meisten zu tun haben.

### Echte Fotos aus Ihrem Betrieb

Nutzen Sie eigene Bilder: das Team auf der Baustelle, die Werkstatt, die Firmenfahrzeuge, gern auch die aktuellen Azubis, wenn sie einverstanden sind. Stockfotos von lächelnden Models mit sauberem Helm erkennt jeder sofort. Ein etwas schiefes Handyfoto aus dem echten Alltag wirkt glaubwürdiger. Holen Sie für Fotos von Mitarbeitern vorher deren Einverständnis ein.

### Was Sie bieten, aber nur, wenn es stimmt

Schreiben Sie auf, was bei Ihnen wirklich gilt. Das kann zum Beispiel sein:

- die Absicht, nach bestandener Prüfung zu übernehmen
- Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung
- eigenes Werkzeug oder gestellte Arbeitskleidung
- Weiterbildung bis zum Meister, wenn Sie das fördern

Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können. Wer mit einer Übernahmegarantie oder festen Zusagen wirbt und sie dann nicht einhält, verliert den Azubi und meist auch den Ruf bei dessen Freunden. Zur Ausbildungsvergütung sollten Sie nur Angaben machen, die zu Ihrem Vertrag und den geltenden Regeln passen.

## Die Bewerbung so einfach wie möglich machen

Viele Schülerinnen und Schüler haben noch nie eine Bewerbung geschrieben. Je höher die Hürde, desto eher bleibt es beim Vorhaben. Senken Sie die Schwelle bewusst.

### Ein kurzes Formular

Ein Formular mit wenigen Feldern genügt: Name, Telefon oder E-Mail, gewünschter Beruf und ein freies Textfeld. Ein Upload für Zeugnis oder Lebenslauf kann optional sein. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Bewerbungen. Weisen Sie im Formular auf Ihre Datenschutzerklärung hin, denn Bewerberdaten sind personenbezogene Daten.

### Bewerbung ohne Anschreiben

Schreiben Sie ausdrücklich dazu, dass kein Anschreiben nötig ist. Ein Satz wie „Ein Anschreiben brauchen wir nicht, ein paar Zeilen über dich reichen“ nimmt vielen die Angst vor Fehlern. Was jemand kann, sehen Sie ohnehin am besten im Praktikum.

### Telefon und Messenger

Nennen Sie eine Telefonnummer, unter der wirklich jemand erreichbar ist, und schreiben Sie Zeiten dazu. Wenn Sie Bewerbungen auch per WhatsApp oder einem anderen Messenger annehmen wollen, sagen Sie das klar und nennen Sie die Nummer. Klären Sie vorher, wer die Nachrichten liest und wie Sie mit den Daten umgehen.

### Auf dem Handy testen

Rufen Sie Ihre Karriereseite selbst auf dem Smartphone auf. Lässt sich die Telefonnummer antippen? Passt das Formular auf den Bildschirm? Kann man ein Foto vom Zeugnis direkt hochladen? Wenn etwas hakt, beheben Sie es zuerst, denn Jugendliche sind überwiegend mobil unterwegs.

## Praktikum und Ferienjob als Einstieg

Für viele ist ein Praktikum der erste echte Kontakt mit einem Handwerksberuf. Beide Seiten können ohne Verpflichtung testen, ob es passt. Bieten Sie Schülerpraktika und, wo möglich, Ferienjobs auf derselben Seite an. Schreiben Sie dazu, ab welcher Klasse oder welchem Alter das geht, wie lange ein Praktikum dauern kann und wie man sich meldet. Ein formloser Anruf sollte reichen.

Denken Sie auch an die Eltern: Ein kurzer Absatz, was im Praktikum passiert und wer sich kümmert, beruhigt und erleichtert die Entscheidung.

## Stellenanzeigen so aufbauen, dass Google sie versteht

Legen Sie für jede offene Ausbildungsstelle eine eigene, gut lesbare Anzeige auf Ihrer Website an: Beruf, Ort, Beginn, Aufgaben, was Sie erwarten, was Sie bieten und wie man sich bewirbt.

Technisch lässt sich so eine Anzeige mit strukturierten Daten vom Typ „JobPosting“ auszeichnen. Damit liest Google die wichtigsten Angaben maschinell aus und kann die Stelle in seiner Stellensuche anzeigen. Eine Garantie dafür gibt es nicht, Google entscheidet selbst. Wichtig ist, abgelaufene Stellen zu entfernen oder als beendet zu kennzeichnen, damit sich niemand auf eine längst besetzte Stelle bewirbt. Wer die Website betreut, kann die Auszeichnung in der Regel ohne großen Aufwand einbauen.

## Lehrstellenbörsen und Arbeitsagentur dazunehmen

Ihre Website steht nicht allein. Tragen Sie freie Plätze auch in die Lehrstellenbörse Ihrer Handwerkskammer ein und melden Sie sie bei der Bundesagentur für Arbeit. Dort suchen Jugendliche und Berufsberater gezielt. In den Einträgen verweisen Sie auf Ihre Karriereseite, und auf der Karriereseite können Sie umgekehrt erwähnen, wo die Stelle sonst noch steht.

Auch Ihr Google Unternehmensprofil hilft: Wer Ihren Betrieb sucht, landet oft zuerst dort. Ein Beitrag zur offenen Ausbildungsstelle mit Link zur Karriereseite ist schnell erstellt. Wie Sie das Profil einrichten, lesen Sie in unserer [Anleitung zum Google Unternehmensprofil](/ratgeber/google-unternehmensprofil-handwerker/).

## Typische Fehler

- Die Ausbildung wird nur in einem Satz unter „Über uns“ erwähnt.
- Es gibt keinen namentlichen Ansprechpartner, nur eine allgemeine Info-Adresse.
- Stellenanzeigen vom letzten Jahr stehen noch online.
- Der Bewerbungsweg verlangt Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse als ein einziges PDF.
- Fotos stammen aus Bilddatenbanken statt aus dem eigenen Betrieb.
- Es werden Zusagen gemacht, die im Alltag nicht gelten.
- Die Seite ist auf dem Handy kaum bedienbar.

## Checkliste für Ihre Karriereseite

- [ ] Ausbildungsberufe mit offizieller Bezeichnung und kurzer Erklärung
- [ ] Ablauf der Ausbildung und ein typischer Arbeitstag beschrieben
- [ ] Ansprechpartner mit Foto und direkter Telefonnummer
- [ ] Eigene Fotos aus Betrieb und Baustelle, mit Einverständnis der Abgebildeten
- [ ] Nur Zusagen, die wirklich gelten
- [ ] Kurzes Formular, Bewerbung ohne Anschreiben ausdrücklich erlaubt
- [ ] Telefon und, wenn gewünscht, Messenger mit klarer Zuständigkeit
- [ ] Hinweis auf die Datenschutzerklärung beim Formular
- [ ] Praktikum und Ferienjob mit einfachem Kontaktweg
- [ ] Jede offene Stelle als eigene Anzeige, alte Anzeigen entfernt
- [ ] Freie Plätze auch bei Handwerkskammer und Arbeitsagentur gemeldet
- [ ] Seite auf dem eigenen Smartphone getestet

## Weiterlesen

Was eine Website für Ihr Gewerk sonst noch braucht, sehen Sie auf unseren Seiten [Website für SHK-Betriebe](/website-fuer-shk-betriebe/), [Website für Maler](/website-fuer-maler/) und [Website für Elektriker](/website-fuer-elektriker/). Wie Sie neben Bewerbungen auch mehr Kundenanfragen bekommen, lesen Sie im Ratgeber [Mehr Anfragen für Ihren Handwerksbetrieb](/anfragen-bekommen-handwerk/).

## Über KMU-KI

KMU-KI baut Websites mit Anfragen-Portal für Handwerksbetriebe. Es gibt keine Grundgebühr, abgerechnet wird pro echter Anfrage. Wie das Modell funktioniert, lesen Sie unter [Website ohne Grundgebühr](/handwerker-website-ohne-grundgebuehr/).
